Traditionelle Chinesische Medizin nah gebracht

Dr. Michaela Chariat, Fachärztin für Chirurgie, Münster

Die Ankündigung des Vortrags „Traditionelle Chinesische Medizin und Naturheilverfahren als unterstützende Therapie bei Augenerkrankungen“ von Frau Dr. Chariat aus Münster machte neugierig.
Frau Dr. Chariat führte die zahlreichen Besucher an diesem Abend in die Struktur und Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin ein. Diese sehr alte Medizin beruht auf der Annahme, dass Krankheit auf einer Störung des menschlichen Gleichgewichts (des Qi) beruht. Die Harmonisierung von Gegensätzen (Yin und Yang) führt dann zu einer Linderung oder Heilung. Anhand eines Funktionskreises lernte der Besucher die Systematik der Zuordnung von Organen, Farben, Geschmacksrichtungen, Elementen und Jahreszeiten, die mit dem individuellem menschlichen Organismus in Beziehung stehen, ein wenig kennen. Über das Aussehen der Zunge des Patienten kann der Arzt ein Störungsmuster erkennen, entsprechend zuordnen und behandeln. Die Behandlungsmethoden der TCM sind u. a. Akupunktur, Kräuter, Wickel, Schröpfmassagen, Übungen wie Qigong, Tai Chi, Yoga, Atemübungen sowie eine spezielle Ernährung.
Bei der anschließenden Fragerunde gab Frau Dr. Chariat Tipps und nützliche Hinweise zu Kneipp-Güssen, Akupunktur und Yoga.
Wir bedanken uns bei Frau Dr. Chariat, dass sie sich die Zeit genommen hat, uns diesen anschaulichen Vortrag zu schenken.

Einige Buchempfehlungen von Frau Dr. Chariat

  • KLEINE AUGENSCHULE von Wolfgang Hätscher-Rosenbauer
  • GANZHEITLICHES AUGENTRAINING von Caroline Ebert
  • SYTEMISCHE AUGENTHERAPIE von Marianne Wiendl und Uschi Ostermeier-Sitkowski

und Hinweise zur unterstützenden Ernährung

  • KAROTIENSAFT
  • HEIDELBEERENSAFT
  • ARONIASAFT

Reparatur des Sehnervs: Nur noch eine Frage der Zeit oder Utopie?

Univ.Prof. Dr. Dietmar Fischer zu Besuch bei der Selbsthilfegruppe Glaukom in Münster

Univ.-Prof. Dr. Dietmar Fischer zu Besuch bei der Selbsthilfegruppe Glaukom in Münster

Die Selbsthilfegruppe Glaukom Münster freute sich, dass Prof. Dr. Dietmar Fischer zum zweiten Mal nach fünf Jahren wieder über den aktuellen Stand seiner Forschung zur Regeneration geschädigter Nervenzellen berichtete. Sein Referat gab einen Überblick über die Fortschritte in der Grundlagenforschung und die neuen Ansätze bei der Regeneration von Nervenzellen, zeigte aber auch den sehr weiten Weg auf, den die Wissenschaft noch vor sich hat, um Glaukompatienten eine begründete Hoffnung auf Linderung oder Heilung ihrer Krankheit machen zu können.

Zu Anfang erklärte er ausführlich den komplexen Aufbau des Sehapparats und die unterschiedlichen Steuerungsfunktionen der zahlreichen Zellgruppen innerhalb der Netzhaut. Auch stellte er die verschiedenen Wege der Nervenfasern in die jeweiligen Hirnareale dar, von denen jede eine spezifische Funktion beim Sehen hat. Die Besucher lernten die Signalverarbeitung in den Nervenzellen und  das Zusammenspiel innerhalb des ganzen Sehsystems kennen.

Nach einer kurzen Darstellung der Zelldegeneration beim Glaukom gab der Referent  Einblick in die erfolgreichen Versuche der Forschung, das Wachstum von Nervenfasern (Axonen) mit Hilfe verschiedener Botenstoffe anzuregen. Er wies jedoch zugleich auf die Schwierigkeit hin, die Fasern in das richtige Ziel zu steuern, d. h. sie mit den funktional zugehörigen gesunden Nervenzellen im Hirn zu verbinden. Das sei bei dem komplexen Aufbau des Sehsystems erheblich schwieriger als im Falle einer Verletzung des einfacher aufgebauten Nervensystems im Rückenmark, bei dem seiner Forschungsgruppe vor kurzem ein großer Fortschritt gelungen sei. Dazu stellte der Referent Experimente mit Mäusen vor, die ihre Hinterbeine nach einer gezielten Quetschung des Rückenmarks zunächst nicht mehr hatten bewegen können, diese Fähigkeit jedoch nach der Behandlung mit speziellen Substanzen wiedererlangt hatten. Nach Einschätzung des Referenten ist es eine Forschungsaufgabe von großer zeitlicher Dimension, einen ähnlichen Fortschritt auch beim Glaukom zu erzielen. Ein solcher Erfolg sei – wenn überhaupt – erst in vielen Jahrzehnten zu erwarten.

Nach seinem Vortrag stellte sich der Referent den Fragen der Zuhörer, die er offen und mit großer Empathie beantwortete. Der Frage nach einer bestimmten neuen Glaukomtherapie begegnete er mit Skepsis und empfahl, Sensationsmeldungen in Medien über neue Heilverfahren kritisch zu hinterfragen, da es auch in wissenschaftlichen Veröffentlichungen zahlreiche Fake‑News gebe.

Wir danken Herrn Prof. Dr. Dietmar Fischer für seinen lehrreichen Vortrag.

 

 

Mithelferin gefunden!

Der letzte Gruppenabend stand im Zeichen von Veränderung. Es gab wieder Fragen und Ratschläge zu den Augenproblemen, Vorschläge zur Gestaltung von zukünftigen Gruppenabenden und eine neue Hilfe bei der Kommunikation mit der Presse konnte gewonnen werden. Angelika Phlippen-Krüger wird dem Organisation-Team in Zukunft zur Seiten stehen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.